Kurzbeschrieb SAC Bernina

Über 125 Jahre alt, mit fünf Hütten und einem umfangreichen Tourenprogramm sehr aktiv, mit Mitgliedern im Alter von 8 bis über 90 Jahre sind wir ein vielseitiger Club im Oberengadin. 

Flora

Die Pflanzen der Umgebung

Arnika  – arnica montana 

Haupterkennungsmerkmale: Aromatisch duftend, 1-3 Köpfe pro Stängel.

Höhe: 20 - 60 cm
Durchmesser Blüte: 4 - 8 cm
Blüte: Juni – August
Höhenlage: montan - alpin 800 - 2’600 m.ü.M.
Rote Liste: In CH regional geschützt

Arnika wächst auf mageren, basenarmen Humusböden. Man kann sie in Wäldern, Weiden und Mooren entdecken. Die heilende Wirkung der Pflanze war schon im 16. Jahrhundert bekannt. Auch heute ist sie aus der Phytomedizin nicht mehr weg zu denken. Sie enthält ätherische Öle, Bitter- und Gerbstoffe. Aus den Blütenköpfen kann eine entzündungshemmende Tinktur oder Salbe hergestellt werden. Diese werden zur Behandlung  von Prellungen, Rheuma und Insektenstichen angewendet.  Bei der Einnahme ist allerding Vorsicht geboten. In grösseren Mengen wirkt die Pflanze schnell giftig. Es kann zu Schweissausbrüchen und Herzrasen bis hin zum Kollaps führen (Staffelbach, 2011). 

Schwefel-Anemone – pulsatilla alpina 

Haupterkennungsmerkmale: Blüten sind schwefelgelb, 3 - 6 cm gross, am Stiel ein Quirl von 3 Hochblättern. Griffel nach der Blüte verlängert und behaart.

Höhe: 20 - 50 cm
Durchmesser Blüte: 30 - 60 mm
Blüte: Mai - Juli
Höhenlage: Subalpin - Alpin 1’100 - 2’700 m.ü.M.

Die Schwefel -Anemone wird auch „Gelbe Alpen-Küchenschelle“ genannt. Sie ist eine Unterart der Alpen-Anemone, welche fast gleich aussieht. Die Schwefel-Anemone gehört zu den Hahnenfussgewächsen. Im Gegensatz zur Alpen-Anemone, welche gerne auf kalkhaltigem Untergrund wächst, bevorzugt die Schwefel-Anemone sauren Boden. Früher waren Schwefel- Anemonen sehr häufig. Heute geht ihr Bestand zurück (Seilnacht, 2015). Alpen-Anemonen können von verschiedenen Pilzen befallen werden, zum Beispiel vom falschen Mehltau und vom Brandpilz. Auch Gallmücken befallen die Pflanze gerne. In so einem Fall schwellen die Früchte am Grund an und die Griffel sind übermässig behaart und gequirlt (Staffelbach, 2011). 

Kochs Enzian  – gentiana acaulis 

Haupterkennungsmerkmale: Kronen innen mit olivgrünen, fleckigen Streifen. Kelchzähne meist etwas eingeschnürt. Die Blätter sind verkehrt, eiförmig und länglich.

Höhe: 4 - 10 cm
Kronen Länge: 4 - 5.5 cm
Blüte: Mai - August
Höhenlage: Subalpin - Alpin 1'200 - 2'800 m.ü.M.

Der Kochs Enzian ist auf den ersten Blick leicht mit dem Clusius’ Enzian (Gentiana clusii) zu verwechseln. Der Hauptunterschied besteht in den grünen, fleckigen Streifen im Inneren der Krone, welche beim Clusius’ Enzian fehlen. Hummeln werden durch diese zum Nektar geleitet. Die Blätter des Kochs Enzian sind fast doppelt so lang wie die des Clusius’. Sie können bis zu 10 cm lang werden. Beide Arten brauchen magere Standorte mit wenig Nährstoffeintrag. Bei Düngung verschwinden sie recht schnell und es kann Jahrzehnte dauern bis sich die Population wieder erholt. Der Kochs Enzian ist in der ganzen Schweiz regional geschützt (Staffelbach, 2011). 

Schmalblättriges Weidenröschen – epilobium angustifolium 

Haupterkennungsmerkmale: Rosa oder purpurne Blüten in langer, endständiger Traube. Lange und schmale Früchte.

Höhe: 50 - 100 cm
Blüten Durchmesser: 20 - 25 mm
Blüte: Juni - August
Höhenlage: kollin bis alpin 400 - 2'500 m.ü.M.

Die bis zu 1 Meter hohen Pflanzen, mit ihren auffallenden rosa Blüten, fallen einem schon von weitem auf. Das schmalblättrige Weidenröschen wächst an lichten Waldstellen, auf Felsschutt und an Ufern. Ein Extrakt aus dieser Pflanze wird bei Prostatabeschwerden angewendet. Volkstümlich wird es auch zur Wundheilung und bei Entzündungen im Magen - Darmbereich verwendet. 

Berg Hauswurz  – sempervivum montanum 

Haupterkennungsmerkmale: Rosettenblätter überall dicht drüsenhaarig. Blüte ist intensiv violettrot.

Höhe: 5 - 20 cm
Blüten Durchmesser: 1.6 - 3 cm
Blüte: Juli - August
Höhenlage: montan - alpin 1’000 - 3’000 m.ü.M.

Die Gattung Hauswurz hat extrem viele Unterarten darunter auch viele Hybride. Ihre Ausbreitung reicht von Marokko über Europa bis zum Balkan und dem Iran. Der Berg Hauswurz wächst auf steinigem Rasen mit silikathaltigem Untergrund. Die Gattung ist auch unter extremen Bedingungen überlebensfähig. Dies hat ihr den lateinischen Namen „Sempervivum“ = „immer lebend“, eingebracht. Ihre fleischigen Blätter vermögen viel Wasser zu speichern. Das Besondere an dieser Pflanze ist, dass sie in der Nacht produziertes Kohlendioxid nicht einfach an die Umwelt abgibt, sondern in Form von Säure speichern kann. Am Tag, wenn die Pflanze wieder Kohlendioxid für die Photosynthese benötigt, muss sie nicht ihre Stomata öffnen, sondern kann von den Reserven aus der Nacht zehren. Durch das Öffnen der Stomata (Spaltöffnungen, sind Poren in der äussersten Schicht der Pflanze. Durch diese Poren werden Wasser und Sauerstoff ausgestossen und Kohlendioxid aufgenommen) besteht gleichzeitig immer die Gefahr, dass zu viel Flüssigkeit verloren geht. Bei trockenem Klima, wie es im alpinen Umfeld häufig der Fall ist, kann ein Schutz vor Flüssigkeitsverlust überlebenswichtig sein. Dem Hauswurz wurden schon sehr früh magische und heilende Kräfte zugesprochen. So wurde die Pflanze früher oft auf Dächern gepflanzt, um vor Blitzeinschlag zu schützen. In der Schweiz galten Hauswurze noch bis ins 20. Jahrhundert als Zauberpflanzen. Wenn sie in den Kamin gehängt wurden, sollten sie Hexen davon abhalten durch diesen ins Haus zu gelangen. Hauswurz Saft soll auch bei Verbrennungen geholfen haben. Die Gattung ist in der Schweiz regional geschützt. 

Alpen-Vergissmeinnicht  – myosotis alpestris 

Haupterkennungsmerkmale: Blüten ohne Tragblatt. Dicht behaart. Blätter eiförmig bis lanzettlich.

Höhe: 5 - 20 cm
Blüten Durchmesser: 6 - 9 mm
Blüte: Juni - Juli
Höhenlage: montan - alpin 1’600 – 2’900 m.ü.M.

Das Alpen-Vergissmeinnicht kann viele verschieden Formen annehmen und ist daher auch leicht mit anderen Vergissmeinnicht-Arten zu verwechseln. Zum Beispiel mit dem Wald-Vergissmeinnicht, als dessen Unterart es früher angesehen wurde. Klein gewachsene Alpen-Vergissmeinnicht werden gerne mit dem Himmelsherold verwechselt. Zu unterscheiden sind diese zwei Arten durch das fehlende Tragblatt beim Alpen-Vergissmeinnicht. 

Gewöhnliches Alpenglöckchen – soldanella alpina 

Haupterkennungsmerkmale: Krone bis über die Mitte fransig eingeschnitten. Meist 2 - 3 Blüten an einem Stängel. Grundständige rund bis nierenförmige Blätter.

Höhe: 5 - 15 cm
Krone: 1 - 1.5 cm
Blüte: Mai - Juli
Höhenlage: montan - alpin 1’100 - 2’700 m.ü.M.

Alpenglöckchen, auch Sodanellen genannt, gehören zur Familie der Primelgewächse. Den Namen Soldanellen erhielten sie durch die rundliche Form ihrer Laubblätter. Solidus bedeutet auf Lateinisch „Münze“. Sie gehören zu den ersten Pflanzen, welche sich im Frühling durch den Schnee kämpfen, den sogenannten „Frühblühern“. Oftmals  findet man dann vollgereifte Blüten in einer kleinen Schneehöhle. Alpenglöckchen vermögen sogar durch eine geschlossene Schneedecke hindurch zu stossen, was ihnen vermutlich auch den Namen Eisglöckchen oder Troddelblume eingebracht hat. Die dunkelgefärbte Pflanze absorbiert das Sonnenlicht stärker und erwärmt sich dadurch schneller als ihre Umgebung. Sie wachsen gerne auf feuchten Weiden und in Schneetälchen. Das gewöhnliche Alpenglöckchen sieht von der Farbe und der Kronenform her ähnlich aus wie das „Kleine Alpenglöckchen“. Letzteres hat allerdings viel weniger tief eingeschnittene Fransen und ist kleiner. Alpenglöckchen sind in der Schweiz regional geschützt. 

Gebirgs-Thymian – thymus praecox 

Haupterkennungsmerkmale: Riecht beim zerreiben unverkennbar nach Thymian. Der untere Teil der Pflanze ist verholzt. Kleine ganzrandige, runde Blätter und rosa bis purpurne Blüten.

Höhe: 3 - 10 cm
Kronenlänge: 4 - 6 mm
Blüte: Juni - September
Höhenlage: kollin - alpin 200 – 3’000 m.ü.M.

Der Gebirgs-Thymian gehört zur Gattung Thymus, welche 214 Arten umfasst. Thymusarten sind sehr schwer zu unterscheiden. Der Gebirgs-Thymian kommt in den Gebirgen Süd- und Mitteleuropas vor. Je nach Lebensraum kann der Gebirgs-Thymian stark in seiner Erscheinung variieren. In tieferen Lagen kann er sehr gross werden, auf Gipfeln bleibt er klein und gedrungen. Er kann auch 50 cm lang von einer Felswand herunter hängen. Der Berg-Thymian wächst an sonnigen, basenreichen Standorten. Er bevorzugt steinige oder sandige Böden. Er ist verwandt mit dem Arzneithymian Thymus pulegioides, welcher in der Naturmedizin zur Herstellung von Präparaten gegen Atemwegserkrankungen verwendet wird. Er weist eine stark desinfizierende Wirkung auf (Staffelbach, 2011). Der Gebirgsthymian hat zwar eine weniger starke Heilwirkung, aber eignet sich hervorragend zum würzen von Fisch- und Fleischgerichten. Den Gebirgsthymian kann man an vielen Stellen sehen. Er wächst auch am Wegrand beim Aufstieg zur Hütte. Zum Beispiel wenn man das kurze Waldstück im Val Roseg verlässt.

Gewöhnliche Landkartenflechte – rhizocarpon geographicum 

Haupterkennungsmerkmale: Hauptfarbe gelb bis gelbgrün mit gelegentlichen schwarzen punkten. Durch schwarze Linien in eckige Felder getrennt.

Farbe: Gelbgrün, durch schwarze Linien in Felder unterteilt. Höhenlage: montan - alpin

Die Landkartenflechte gehört zu den Krustenflechten und ist auf der ganzen Welt anzutreffen. Sie gedeihen am Besten auf lichtreichen, sauren Silikatgesteinen. Oftmals überwuchern sie ganze Ansammlungen von Felsbrocken, was die sonst eher graue Steinlandschaft aufhellt. Häufig sind sie auf Granit oder Gneis zu finden. Durch den schwarzen Saum um die gelben Flechten wirken sie von weitem wie Landkartenausschnitte. Die gewöhnliche Landkartenflechte ist charakteristisch für kalkarme Gebirge, also solche mit saurem Gestein. Dort kann sie schon mal ganze Bergabschnitte gelbgrün färben (Staffelbach, 2011). Wie viele Flechten wächst auch diese sehr langsam. Ihr Wachstum ist abhängig von der geografischen Lage, der Höhe und dem Alter. In der Schweiz wachsen Landkartenflechten um 0.3 bis 1mm pro Jahr (Brackel, 2015). Sie kann über 1000 Jahre alt werden. Solche langsam wachsenden Arten leisten  einen wichtigen Beitrag um den Rückgang von Gletschern zu kalkulieren. Wenn die Wachstumsrate bekannt ist, kann an Hand der Grösse der Flechte die letzte Eisbedeckung errechnet werden. 

Berusste Nabelflechte – umbilicaria deusta 

Haupterkennungsmerkmale: Ränder oft nach unten leicht eingerollt. Haften nur an einer Stelle am Gestein.

Farbe: schwarzbraun - braun
Höhenlage: montan - alpin

Die Berusste Nabelflechte gehört zu den sogenannten Blattflechten. Sie sind rundlich, blattartig und zerbrechlich. Sie wachsen auf Silikatgestein, an feuchten aber lichten Stellen. Der Name wurde ihnen gegeben, da sie nur an einem Punkt, dem Nabel, mit dem Gestein verbunden sind. Früher wurde aus ihnen ein roter Farbstoff hergestellt. Ein grosser Teil der Nabelflechten sind heute gefährdet. Gesteine werden oftmals aus Weiden entfernt um die Produktivität zu steigern oder damit es „ordentlich“ aussieht. Genau auf diesen Gesteinen wachsen Nabelflechten.

 Schweizer Milchkraut – leóntodon helvét

Haupterkennungsmerkmale: Stängel nicht verzweigt, kahl oder nur leicht behaart, grundständige Blätter, welche buchtig gezähnt bis fast ganzrandig sind.

Höhe: 10 - 30 cm
Durchmesser Blüte: 20 - 30 mm
Blüte: Juli – August
Höhenlage: (montan-)subalpin- alpin 1’500 - 3’000 m.ü.M.

Die Gattungen Leontodon und Taráxacum werden beide im Volksmund Löwenzahn genannt. Im Gegensatz zur Gattung Taráxacum weist Leontodon allerdings keine heilende Wirkung auf (Koradi, 2014). Weltweit gibt es 60 verschiedene Löwenzahnarten, welche in Europa, Asien und Afrika heimisch sind. Das Schweizer Milchkraut ist im ganzen Alpenbogen verbreitet. Besonders häufig ist die Art in den sogenannten Milchkraut-Weiden, wo auch viele andere gelb blühende Arten vorkommen (Staffelbach, 2011). 

Alpen-Klee – trifolium alpinum 

Haupterkennungsmerkmale: Blüten bis 2 cm lang, gestielt rot bis purpurn, selten weiss. Alle Blätter grundständig, langestielt und 3-zählig.

Höhe: 5 - 20 cm
Durchmesser Blüte: 4 cm
Blüte: Juni - August
Höhenlage: subalpin - alpin 1’400 – 2’800 m.ü.M.

Unter den einheimischen Kleearten sind die Blüten des Alpen-Klees die grössten und verbreiten einen intensiven Duft. Rinder, Schafe, Gämsen und Murmeltiere schätzen den Alpen-Klee als Futter sehr. Man findet ihn auf Silikat-haltigem Rasen, Weiden und Zwergstrauchheiden. Das faszinierende an dieser Pflanze ist, dass sie eine bis zu 1m lange Pfahlwurzel im Boden bildet, die bis zu 12kg schwer werden kann. Aus dem Sud der Pfahlwurzel wird in der Naturheilkunde ein Mittel gegen Brustbeschwerden hergestellt (Staffelbach, 2011). 

Schwarzes Männertreu – nigritélla rhellicana 

Haupterkennungsmerkmale: Blüten Kugelig bis Eiförmig, sehr dicht, dunkelrotbraun, selten rosa. Blätter lineal, hohlrinnig und aufrecht.

Höhe: 5 - 25 cm
Durchmesser Blüte: 4 - 8 mm
Blüte: Juli – August
Höhenlage: subalpin - alpin  1’300 - 2’700 m.ü.M.

Das Schwarze Männertreu gehört zur Familie der Orchideen. Die Blüten duften sehr stark nach Vanille, daher wird das Männertreu auch Vanille-, Schokolade-, oder Kopfwehblümchen genannt
(Staffelbach, 2011). Männertreu ist ein Volksname, der sich in der Schweiz durchgesetzt hat. In der Literatur findet man die Blume jedoch unter dem Namen Schwarzes Kohlröschen. Es wächst auf mageren, trockenen Berg- und Alpwiesen sowie Alpweiden. Das Vieh meidet die Orchidee meistens, bei Insekten ist sie jedoch sehr beliebt. Über 50 Arten, darunter 48 Schmetterlinge besuchen die Pflanze (Staffelbach, 2011). Das Schwarze Männertreu braucht kalkreichen, lockern Lehmboden. Es reagiert sehr empfindlich auf Düngung (Koradi, 2014). Das Schwarze Männertreu ist in der ganz Schweiz geschützt.

Grauer Alpendost – adenostyles alliariae 

Haupterkennungsmerkmale: Herz bis nierenförmige Blätter, Unterseite filzig (Filz abwischbar), Blätter umfassen Stängel mit breiten Zipfeln, Köpfchen mit 3 - 6 Röhrenblüten.

Höhe: 50 - 150 cm
Durchmesser Blüte: 4 - 8 mm
Blüte: Juni - September
Höhenlage: subalpin - alpin 1’000 – 2’600 m.ü.M.

Der Graue Alpendost ist eine feuchtigkeitsliebende Pflanze. Wenn die Blätter vom Vieh verzehrt werden, so der Volksglaube, sollen sie besonders rahmreiche Milch geben. Der Pflanze wird auch eine wundheilende Wirkung zugesprochen. In der Gegend der Es-cha Hütte findet man Alpendost in der Nähe von Bächen und auf Feuchtwiesen. Der Alpendost hat im Volksmund auch den Namen Scheissblatt oder Schiesschrut. Dies vermutlich, weil der Alpendost oft in der Nähe von Kuhfladen zu finden ist. Es kann aber auch sein, dass es diesen Namen erhalten hat, weil seine grossen Blätter in der freien Natur als Toilettenpapier benutzt wurden (Staffelbach, 2011). Der Graue Alpendost ist in der ganzen Schweiz geschützt.

Gewöhnlicher Blauer Eisenhut – aconitum napellus 

Haupterkennungsmerkmale: Oberes Blumenblatt breit und helmförmig. Blütenstiel mit krummen anliegenden Haaren.

Höhe: 40 - 100 cm
Durchmesser Blüte: 20 - 30 mm
Blüte: Juni – August
Höhenlage: subalpin- alpin 800 – 2’600 m.ü.M.

Der Eisenhut gehört zu den Giftpflanzen. Er enthält den Giftstoff Akonitin, welcher über die Schleimhäute aufgenommen wird. Das Akonitin wirkt, je nach Menge, zuerst erregend, dann lähmend. Es folgen Herzversagen und Atemnot, was schlussendlich zum Tode führt. In der Homöopathie wird aus  Akonitin, welches sich in der Wurzelknolle befindet, ein Heilmittel hergestellt. Es hilft bei Entzündungen des Herzens, des Nervensystems, der Arterien und der Weiblichen Geschlechtsorgane (Staffelbach, 2011). Der Eisenhut ist in der ganzen Schweiz geschützt.

Tüpfel Enzian – gentiana punctata 

Haupterkennungsmerkmale: Blätter sind auffällig breit, glänzend, genervt. Die Blüte ungestielt, hellgrüne Hüllblätter. Blütenblätter hellgelb mit dunklen Tupfen.

Höhe: 20 - 60 cm
Durchmesser Blüte: 20 - 30 mm
Blüte: Juli - August
Höhenlage: subalpin - alpin 1’400 - 2’600 m.ü.M.

Durch seine Grösse und die glänzenden, breiten Blätter, fällt der Tüpfel Enzian einem auch im nicht blühenden Zustand auf. Er wächst auf Weiden und Zwergstrauchheiden mit kalkarmen Böden. Im Gegensatz zu den meisten Enzianen ist die Blüte des Tüpfel Enzians nicht blau sondern gelb. Die blauen Enziane locken vor allem Hummeln an. Mit der gelben Farbe sollen nicht nur Hummeln, sondern auch andere Insekten wie zum Beispiel Fliegen angelockt werden (Staffelbach, 2011). Die Wurzel des Tüpfel Enzian wird auch gerne zur Herstellung von Schnaps verwendet. Dieser
„Magenbitter“ soll nach der Einnahme von üppigen Speisen verdauungsfördernd sein. Der Tüpfel Enzian ist in der ganzen Schweiz geschützt.

Feuerlilien – lilium bulbiferum

Haupterkennungsmerkmale: Aromatisch duftend, 1-3 Köpfe pro Stängel.

Höhe: 20 – 80cm
Durchmesser Blüte: 6-8cm
Blüte: Juni – Juli
Höhenlage: kollin - subalpin 600 bis 2'000 m.ü.M

Die Feuerlilie gehört zu den potentiell gefährdeten Pflanzen und ist in der ganzen Schweiz geschützt. Sie wächst auf Bergwiesen, Gesteinsschutt und Felsen. Im Gegensatz zu anderen Lilien ist diese gänzlich geruchsfrei. Die kräftige Farbe lockt dennoch Tagfaltern an, welche sie bestäuben. Die Pflanze ist selbststeril, das heisst, sie kann sich nicht selbst bestäuben (Staffelbach, 2011). Wegen ihrer feuerroten Farbe wird ihr nach gesagt, dass sie Blitze anziehe. Darum sollte sie nicht ins Haus gebracht werden (Wendelberger, 1984). Man braucht gar nicht weit zu gehen um hier oben Feuerlilien sehen zu können. Im Frühling blühen sie am Rande der Wiese vor der Saoseo Hütte.

Alpen Leinkraut – linaria alpina

Haupterkennungsmerkmale: Kleine, nicht mehr als 2 cm lange, fleischige, quirlständige Blätter. Blauviolette Blüte mit orangerotem oder weissem Gaumen. Selten ganze Blüte violett.

Höhe: 3 - 15 cm
Durchmesser Blüte: 15 - 20 mm
Blüte: Juni - August
Höhenlage: subalpin - alpin 1’200 – 3’000 m.ü.M.

Das Alpen Leinkraut ist im Volksmund besser als „ Löwenmaul“ oder „Läuemüli“ bekannt. Die schönen farbigen Blüten fallen in ihrer grauen Umgebung auf, auch wenn sie eher klein sind. Das Alpen Leinkraut ist ein Kalkzeiger, was heisst, dass es auf kalkhaltigen Böden, wie zum Beispiel Moränen oder Felsschutt wächst. Der orangerote Gaumen soll vor allem Hummeln anlocken und ihnen so den Ort signalisieren wo sie landen sollen. Mit ihrem verhältnismässig grossen Gewicht drückt die Hummel die untere Lippe der Blüte runter und gelangt so zum Nektar (Staffelbach, 2011). Das Alpenleinkraut ist in der Schweiz regional geschützt.